
Die Violine / Die Geige
Die Violine, auch GEIGE genannt, wird in zahlreichen Ländern und Musikstilen der Welt gespielt. Sie ist sowohl in der klassischen Musik als auch in Volksmusiktraditionen zu finden.
Dieses vielseitige Instrument bietet ein herausragendes Spektrum an Klang- und Ausdrucks-möglichkeiten. Außerdem paßt es klanglich zu den unterschiedlichsten Musikinstrumenten, mit denen sich das Zusammenspiel anbietet.
Die Ursprünge der modernen Violine (oder: Geige) liegen im beginnenden 16. Jahrhundert, als die ersten Instrumente mit folgenden Merkmalen gebaut wurden: Der typische Korpus mit zwei Einbuchtungen, vier im Abstand von Quinten gestimmten Saiten und die Spielweise, bei der das Instrument auf der Schulter, gegen das Schlüsselbein oder die Brust gehalten wird. Das Instrument verbreitete sich schnell durch ganz Europa und durch alle Gesellschaftsschichten. Vermutlich aufgrund der größeren Klangmöglichkeiten löste die Violine in vielen regionalen Musiktraditionen ältere Streichinstrumente wie das rebec oder die lira da braccio ab. In einigen Kulturen entwickelte sich das höchst kunstvoll gebaute Instrument sogar zu noch komplizierteren Varianten weiter. Ein Beispiel hierfür ist die norwegische Hardangerfiedel (hardingfele).
Klang und Ausdruck der Geige können unterschiedlichste Formen annehmen. Der Geiger kann von wild-gewaltig bis romantisch-zart, von tänzerisch-rythmisch bis gesanglich-frei musizieren. Er kann solistisch im Vordergrund stehen, oder raffiniert und einfühlsam andere Instrumente oder Sänger begleiten. Andere Instrumente wie zum Beispiel die Gitarre oder das Klavier haben durch die Bünde bzw. Tasten festgelegte Töne. Bei der Geige kann der Spieler dagegen uneingeschränkt alle Töne dazwischen spielen. Auch deshalb konnte sich das Instrument gut in Ländern mit anderen Tonsystemen der Musik anpassen.
Heute ist die Violine neben ihren selteneren „Vorfahren“ aus älterer Zeit in der ganzen Welt zu finden. Dabei ist sie nicht nur geographisch weit verbreitet, sondern auch in sehr unterschiedlichen Genres. In den Symphonieorchestern und Ensembles der klassischen Musik, in neuerer Unterhaltungsmusik wie dem Jazz und in regionalen, traditionellen Musikstilen spielt sie eine unentbehrliche Rolle. Es gibt vielfältige Möglichkeiten des Zusammenspiels für die Geige und andere Instrumente, sowie ein entsprechend großes Repertoire, das teils schriftlich, teils mündlich überliefert ist. Allein für die Violine und ihre „Verwandten“ gibt es unzählige Werke, besonders für die Besetzung Streichquartett (zwei Violinen, Viola und Violoncello) und Streichtrio (zwei Violinen, Violoncello). Aber auch die Kombination von Streichern mit ein oder mehreren Blasinstrumenten, wie Oboe, Klarinette oder Blockflöte, ist häufig und reizvoll. In der Volksmusik ist die Geige vor allem in Ensembles zu finden, die vorwiegend Tanzmusik spielen. In den USA ist sie beispielsweise ein wichtiges Element in den Stringbands der Bluegrass-Musik (zusammen mit Banjos und/oder Mandolinen, Bass und Gitarren) in Mexiko in den Mariachi-Orchestern (mit Trompeten, Mandolinen, Gitarren und Bass) In Europa ist sie vor allem durch irisch-keltischen Folk-Ensembles bekannt. Doch auch in Schweden, Italien, Frankreich, Süddeutschland und slawischen Ländern gibt es viele Tanzmusikensembles mit Violinen. In sämtlichen Stilen hat sich die westliche Violine in der Musik Indiens verbreitet.

